DIGITALES THEATER – FORMATE DER ZUKUNFT

Samstag, 10.04.

17:30 – 19:00

Talk

mit: Lena Wontorra

Gäste: Pınar Karabulut, Sascha Hargesheimer, Luis August Krawen

Corona cancelt eine Premiere nach der nächsten. Theater zieht um ins Netz. Neben Ersatzprogramm im Internet entstehen immer mehr künstlerische Arbeiten, die für online Plattformen und digitale Anordnungen konzipiert sind. Wir wollen über die Möglichkeiten der digitalen Bühnen sprechen und rund ein Jahr nach der letzten Vorstellung ohne Abstand Bilanz ziehen: was haben wir gelernt und wo kann es noch hingehen? 

Lena Wontorra wurde in Köln geboren. Sie studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und Medienkulturwissenschaft in Köln. Während ihres Studiums assistierte sie freiberuflich am Schauspiel Köln und Schauspiel Frankfurt. Sie organisierte und kuratierte außerdem verschiedene Bühnen- und Festivalformate, zuletzt SUMMER UP 2020 am Nationaltheater Mannheim, wo sie seit der Spielzeit 2019/20 Dramaturgieassistentin und später Dramaturgin ist.

In ihrer Arbeit widmet sie sich dem Theaterraum und seinen Regeln und befragt Repräsentationsstrategien von Körpern auf der Bühne.Inhaltliche und künstlerische Arbeit sind in ihrer Betrachtung untrennbar mit strukturellem Wandel verbunden, weshalb sie u.a. mit der Unterstützung des Assistierendennetzwerks für eine solidarischere Theaterlandschaft eintreten will.

Foto: Stefan Kraus

Pınar Karabulut, Regisseurin, 1987 geboren, studierte Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Neuere deutsche Literatur an der LMU München. Sie arbeitet unter anderem an der Volksbühne Berlin, Theater Bremen und Schauspiel Köln, wo sie in der Spielzeit 2016/2017 im Kollektiv das Britney, die Außenspielstätte am Offenbachplatz, kuratierte. Mit ihren Inszenierungen wurde sie dreimal zum Festival radikal jung eingeladen und erhielt den NachSpielPreis des Heidelberger Stückemarktes.

Für ihre Inszenierung von Endstation Sehnsucht am Volkstheater Wien wurde sie für den Nestroy 2019 nominiert. Ab 2020 gehört Karabulut zum künstlerischen Leitungsteam der Kammerspiele München. Sie bringt in ihren Werken starke Frauenfiguren zur Geltung und arbeitet auf kraftvoll radikale Weise die weibliche Perspektive heraus. 

Foto: Julia Sang Nguyen

Sascha Hargesheimer, geboren 1982 in Frankfurt am Main. 2004 gründete er das freie Theater »Landungsbrücken Frankfurt«, es folgten Assistenzen am TAT und Schauspiel Frankfurt und am Maxim Gorki Theater Berlin. Ab 2008 studierte er Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin und arbeitete als freier Regisseur und Autor. Die Uraufführungsinszenierung von »Alans Krieg« wurde 2011 zum Internationalen Figurentheaterfestival Erlangen eingeladen.

Das Stück »Polen ist mein Italien« gewinnt 2013 den Münchner Förderpreis für deutschsprachige Dramatik, es folgten Inszenierungen seiner Texte u.a. am Deutschen Theater Berlin, Schauspiel Leipzig und bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen. Seit 2018 ist Sascha Hargesheimer Dramaturg am Nationaltheater Mannheim.

Luis August Krawen wuchs in Berlin auf, war langjähriges Mitglied bei P14 an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Als freier Videokünstler entwickelt er 3D-animierte Filme, sowie Projektionen & digitale Bildwelten für die Bühne. Mit »Der Mensch erscheint im Holozän«, inszeniert von Alexander Giesche, ausgezeichnet mit dem 3-Sat-Preis und dem Nestroy-Preis, war er 2020 zum Theatertreffen eingeladen.

Im Rahmen des Doppelabends »Pierrot Lunaire / La Voix Humaine« inszenierte er einen eigenen Film unter musikalischer Leitung Kent Naganos an der Staatsoper Hamburg. Von 20-22 ist er Artist in Residence an den Münchner Kammerspielen. 

Foto: Agnes Thomas